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Tor zum Geheimdienstgelände

Das Geheimdienstgelände war mit 14 Wachtürmen gesichert, auf denen bewaffnete Soldaten ihren Dienst versahen. Je nach Lage besaßen die Wachtürme einen unterschiedlichen Sicherheitsstatus. Es gab entlang der Außenmauer Wachtürme, die Tag und Nacht besetzt waren und Wachtürme, auf denen nur ein Tagesdienst stattfand. Entsprechend gestaltete sich der Dienst. Die drei Wachhabenden eines 24-Stunden-Turmes wechselten alle zwei Stunden: zwei Stunden Wachdienst, zwei Stunden Freizeit und zwei Stunden schlafen.

Dieses Wachregime sollte Fluchten verhindern. Als Georgij Gladkow (* 1942) im Sommer 1962 mit einem Kameraden aus der Untersuchungshaft im Gefängnis Leistikowstraße fliehen wollte, scheiterten sie an einem mit Posten besetzten Wachturm. Georgij Gladkow erinnerte sich: "Am für die Flucht vorgesehenen Tag begann Timofejew, an die Wand zu klopfen und zu schreien. Der Wächter kam, begann zu schimpfen. [...] Wir schlugen ihn mit dem Schemel und fesselten ihn mit Bettlaken. Wir nahmen ihm die Schlüssel ab und verließen die Zelle. Das Gefängnis war von einem Zaun umgeben, und an den Ecken gab es Türme mit Wachposten und Türen als Durchgang in die nächste Einrichtung. Wir öffneten die Tür mit dem Schlüssel. [...] Als wir am rechten Turm vorbeikamen, bemerkte uns der Posten und begann, aus der MP zu schießen." (Georgij Gladkow, 1998) Georgij Gladkow wurde im Anschluss wegen Fahnenflucht zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt.

Fotos

  1. undatiert | MEMORIAL Deutschland e.V., Berlin