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Wache

Igor Gerus ließ sich im Herbst 1972 zur Erinnerung an seine Militärdienstzeit als Wachsoldat im "Militärstädtchen Nr. 7" im Miniaturnachbau der Geheimdienststadt fotografieren. Er berichtete, dass er nicht nur für die Außenbewachung des Areals eingesetzt wurde, sondern auch für die Begleitung von Gefangentransporten, die in den 1970er Jahren alle zwei Wochen vom Gefängnis Leistikowstraße mit dem Lastkraftwagen zum Bahnhof erfolgten. Mit der Bahn wurden die Gefangenen weiter in Gefängnisse und Straflager der Sowjetunion transportiert.

Die Wache und die angrenzenden Gebäude des Gefängnisses und der Ermittlungsabteilung wurden durch Zäune und Wachtürme besonders gesichert, um Fluchten zu verhindern. Informationen über die Sicherheitsanlagen sollten nicht nach außen dringen. So musste Wladimir Jartsew, der sich 1972 vor der Wache mit einem Auto westlicher Fabrikation fotografieren ließ, die obere linke Ecke des Bildes herausschneiden, da dort der Wachturm zu sehen war. Der spätere Automobildesigner hatte sich ausschließlich für das Fahrzeug interessiert. Erst nach der Entfernung dieses Details durfte er das Foto behalten. Noch nach der Öffnung des "Militärstädtchens Nr. 7" 1994 waren die Zaunpfeiler des inneren Sicherheitsareals zu sehen. Die letzten Zaunpfeiler sind noch im Innenhof des ehemaligen Gefängnisses erhalten. Der Platz vor der Wache war betoniert. Dort fanden Wachablösungen statt.

Fotos

  1. 1974 | Igor Gerus, Chmelnizki/Ukraine
  2. 1986 | Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr, Euskirchen
  3. 1972/1974 | Wladimir Jartsew, Oud-Turnhout
  4. 1994 | Jeanette Herrmann, Potsdam | Foto: Peter Herrmann
  5. 1972/1974 | Wladimir Jartsew, Oud-Turnhout
  6. 1972/1974 | Igor Gerus, Chmelnizki/Ukraine