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Denkmalensemble

Auf dem noch erhaltenen Relikt des Ehrenmals befand sich eine aus Metall stilisierte ewige Flamme für die gefallenen Soldaten der Militärspionageabwehr. Noch vorhandene Bohrlöcher am Betonkörper kennzeichnen die Lage eines KGB-Emblems "Schild und Schwert". Das Schild symbolisierte die Verteidigung der Revolution von 1917, das Schwert die Vernichtung der Feinde und den zur Machtsicherung eingesetzten Terror. Bei der Öffnung des "Militärstädtchens Nr. 7" 1994 fehlten diese Teile. Die Stilistik des Denkmalensembles mit Attributen wie Eichenlaub bzw. Lorbeer, gesenkten Standarten, Schusswaffen und Stahlhelmen ist typischen Gefallenen-Denkmälern entlehnt.

Die Anlage wurde nicht nur für offizielle Gedenkveranstaltungen mit Kranzniederlegungen genutzt, an denen auch Vertreter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR teilnahmen, sondern war auch ein beliebtes Fotomotiv für die im "Militärstädtchen Nr.7" stationierten Soldaten. Das spiegelt die identitätsstiftende Funktion des "Großen Vaterländischen Krieg" (1941–1945) in der sowjetischen Erinnerungskultur wieder.

Das nationalsozialistische Deutschland hatte 1939 den Zweiten Weltkrieg begonnen, der vor allem in Osteuropa als beispielloser, rassistisch und antisemitisch motivierter Eroberungs- und Vernichtungskrieg geführt wurde und weltweit über 50 Millionen Menschen das Leben kostete. Die nach Westen vorrückenden Soldaten der Roten Armee waren von den Erfahrungen des stalinistischen Terrors ebenso wie von der Zerstörung und Verwüstung dieses Vernichtungsfeldzuges geprägt. Mit dem Sieg über Nazi-Deutschland standen die Alliierten vor der Herausforderung, eine neue politische Ordnung zu etablieren. Während in den drei westlichen Besatzungszonen Kurs auf Demokratie genommen wurde, schuf die Sowjetunion die Rahmenbedingungen für die Errichtung einer neuen Diktatur in Ostdeutschland.

Fotos:

  1. 1994 | Jeanette Herrmann, Potsdam | Foto: Peter Herrmann
  2. 1994 | Jeanette Herrmann, Potsdam | Foto: Peter Herrmann
  3. 1985/1989 | Privatbesitz, Moskau
  4. 1985/1994 | Potsdam-Museum, Potsdam